Freitagabend, kurz vor 19 Uhr. Der Gastraum füllt sich, an der Theke wartet eine Gruppe auf getrennte Rechnungen, in der Küche läuft ein Bon nach dem anderen ein, und die alte Kasse braucht für jeden Storno gefühlt eine Minute. Viele Inhaber suchen genau in dieser Situation ein neues System und vergleichen zuerst den Monatspreis.
Genau dort beginnt der teuerste Fehler. Wer ein Kassensystem für die Gastronomie kaufen will, sollte nicht nach der niedrigsten Grundgebühr entscheiden, sondern nach drei Fragen. Was kostet das System über 36 Monate vollständig, was passiert bei einem Ausfall im laufenden Service, und ist der Nachweis gegenüber dem Finanzamt lückenlos dokumentiert?
Inhaltsverzeichnis
- Welches Kassensystem zu welchem Betrieb passt
- Anforderungen ermitteln, bevor Sie Angebote einholen
- TSE und Belegpflicht richtig prüfen
- Budget und Gesamtkosten über 36 Monate berechnen
- Anbieter im Test auf Ausfallsicherheit prüfen
- Kassensystem-Entscheidung in drei Schritten abschließen
Welches Kassensystem zu welchem Betrieb passt
| Betriebstyp | Typische Anforderung | Passende Systemart | Hardware-Bedarf |
|---|---|---|---|
| Imbiss oder Thekenbetrieb | Schnelle Bonierung, wenige Artikel, Kartenzahlung | Kompakte Kasse mit TSE, optional Tablet | Ein Bon-Drucker, Kassenschublade |
| Café oder Bäckerei mit Theke | Warenverkauf, Pfand, Tagesabschluss | Kasse mit TSE und Artikelverwaltung | Kassendisplay, Bondrucker, optional Waage |
| Restaurant mit Tischservice | Tischplan, Splitting, Küchen-Routing | Gastro-Kasse mit Tablets und Küchendisplay | Bedienterminals, Küchendrucker, stabiles WLAN |
| Bar oder Club | Hohe Last am Abend, Kartenzahlung, Mitarbeiter-Rechte | Kasse mit Rechteverwaltung und Offline-Zahlung | Mehrere Stationen, Ersatzgerät |
| Hotel mit Restaurant | Zimmerabrechnung, Frühstück, mehrere Outlets | Mehrplatzsystem mit Schnittstellen | Zentrale Auswertung, Anbindung an die Hotelsoftware |
| Bäckerei mit Filialen | Filialauswertung, Warenwirtschaft | Zentral verwaltetes Cloud-System | Eigene Kasse je Filiale, Netzwerk prüfen |
Die Tabelle gibt eine erste Richtung, ersetzt aber keine Anforderungsliste. Entscheidend ist, wie Bestellungen im Betrieb entstehen, wo sie bezahlt werden und wer sie verändern darf. Ein System, das an einer ruhigen Theke gut funktioniert, kann im Tischservice an jeder Änderung scheitern.
Drei Systemarten im Alltag
Die Cloud-Kasse auf dem Tablet speichert Artikel, Preise und Auswertungen zentral und lässt sich meist schnell erweitern. Neue Geräte werden angemeldet, Speisekarten zentral gepflegt und Umsätze unterwegs eingesehen. Schwachpunkt bleibt die Abhängigkeit von Internet und WLAN, weshalb der Offline-Modus konkret geprüft werden muss.
Die klassische Terminalkasse mit lokaler Software arbeitet vor Ort, oft auf langlebiger Hardware an Theke oder Servicestation. Sie läuft auch ohne stabile Internetverbindung weiter und eignet sich für Betriebe mit festen Kassenplätzen. Updates, Datensicherung und der Zugriff von mehreren Standorten erfordern dafür mehr eigene Organisation.
Die Hybridlösung verbindet beide Wege. Bestellt und kassiert wird lokal weiter, auch wenn die Verbindung abreißt, und die Daten werden später mit der Cloud synchronisiert. Für Restaurants mit mehreren Stationen ist das oft der praktikabelste Kompromiss, sofern Synchronisierung und Fehlerprotokoll im Test sauber funktionieren.
Die Frage lautet nicht, welches System die längste Funktionsliste hat. Entscheidend ist, welcher Ablauf im eigenen Service täglich vorkommt.
Beispiele aus dem Service
Ein Imbiss mit einer Theke, überschaubarer Karte und einem Bon-Drucker braucht kein Küchendisplay und keinen grafischen Tischplan. Tempo entsteht dort durch große Artikeltasten, schnelle Kartenzahlung und einen Tagesabschluss, der ohne Nacharbeit an die Buchhaltung geht. Jede zusätzliche Funktion, die niemand nutzt, macht Schulung und Pflege nur schwerer.
Ein Restaurant mit 30 Tischen arbeitet anders. Kellner nehmen Bestellungen parallel auf, Gäste wechseln Plätze, eine Rechnung wird nach Personen oder Positionen geteilt. Hier gehören Tischplan, Splitting und Küchen-Routing zur Grundausstattung, weil Vorspeisen, Hauptgänge und Getränke an unterschiedliche Stationen gehen und Änderungen eindeutig nachvollziehbar bleiben müssen.
Ein Hotelrestaurant braucht zusätzlich die Anbindung an die Zimmerabrechnung, damit ein Gast sein Abendessen aufs Zimmer buchen kann und Frühstück, Bar und Restaurant getrennt ausgewertet werden. Eine Bäckerei mit mehreren Filialen braucht dagegen vor allem eine zentrale Auswertung je Filiale, einheitliche Artikelpreise und einen Blick darauf, welche Ware an welchem Standort liegen bleibt.
Überall gilt eine einfache Faustregel. Je mehr Standorte, Mitarbeiter-Logins und parallele Geräte zusammenkommen, desto wichtiger werden Offline-Fähigkeit, Rechteverwaltung und Exportfunktionen. Der Betriebstyp grenzt die Auswahl ein, die genaue Entscheidung fällt erst über die gemessenen Abläufe im eigenen Haus.
Anforderungen ermitteln, bevor Sie Angebote einholen

Messen kommt vor dem Vergleichen. Wer zuerst Angebote einholt, vergleicht Funktionslisten fremder Anbieter statt der eigenen Engpässe. Drei Schritte reichen für eine belastbare Grundlage.
1. Drei Serviceabläufe messen. Bestellung, Änderung oder Storno und Zahlung werden in der Stoßzeit mit der Uhr begleitet. Notiert wird nicht der Idealfall, sondern der volle Mittagsservice mit Rückfragen, geteilten Rechnungen und einem Gericht, das kurzfristig ausverkauft ist.
2. Den Mengenrahmen festhalten. Gezählt werden Bedienplätze, Drucker, Küchenterminals und mobile Geräte. Die Hinweise des Finanzamts München zu elektronischen Aufzeichnungssystemen gehören in denselben Rahmen, weil manipulationsgeschützte digitale Grundaufzeichnungen verlangt werden und die Belegausgabepflicht grundsätzlich für elektronische Aufzeichnungssysteme gilt.
3. Muss, Soll und Kann trennen. Jede Anforderung landet in einer von drei Spalten, bevor ein Anbieter Preise nennt. So bleibt später erkennbar, ob ein günstiges Angebot günstig ist oder einfach eine notwendige Funktion auslässt.
Ein Rechenbeispiel aus dem Mittagsgeschäft
Ein Restaurant mit zwölf Tischen und zwei Servicekräften schreibt im Mittagsgeschäft zum Beispiel rund 40 Bons in 60 Minuten, oft mit Änderungen während der Bestellung. Daraus folgt eine Muss-Liste mit Tisch-Splitting, Küchen-Routing und Storno-Protokoll. Kundenkarten oder eine aufwendige Gutscheinverwaltung dürfen in die Kann-Spalte, wenn sie im Alltag kaum vorkommen.
Zu den Muss-Kriterien gehören fast immer die Integrationen. Warenwirtschaft, Kartenzahlung und Buchhaltung für die Steuerberatung müssen zusammenspielen, sonst wird derselbe Umsatz an drei Stellen von Hand übertragen. Ein Fehler in dieser Kette kostet jeden Monat Zeit, auch wenn die Kasse selbst schnell boniert.
Auswertungen und Rechte bewusst begrenzen
- Umsatz je Warengruppe: zeigt, ob Küche, Getränke oder Mittagsmenüs den Ertrag tragen.
- Umsatz je Filiale oder Station: macht Unterschiede zwischen Standorten und Schichten sichtbar.
- Umsatz je Bediener: hilft bei Differenzen, Schulungsbedarf und der Prüfung von Stornos.
Mehr Berichte braucht ein Betrieb selten von Anfang an. Wichtig ist, dass die wenigen genutzten Auswertungen ohne Exporttricks verfügbar sind. Genauso konkret wird die Rechteverteilung festgelegt, zum Beispiel Stornos nur mit Freigabe durch die Schichtleitung und Preisänderungen nur für die Geschäftsführung.
Das Ergebnis ist ein einseitiger Anforderungsbogen. Er geht in identischer Form an jeden Anbieter, mit gleicher Gerätezahl, gleichen Abläufen und gleichen Muss-Kriterien. Erst dann sind Preise, Hardwarepakete und Supportzusagen wirklich nebeneinander lesbar.
TSE und Belegpflicht richtig prüfen
Ein Kassensystem kann im täglichen Service zuverlässig laufen und trotzdem bei der Meldung oder beim Beleg Fragen offenlassen. Prüfen Sie daher die TSE-Zuordnung, die Belegangaben und die Zuständigkeit für Meldungen gemeinsam, bevor der Betrieb startet.
| Anschaffung | Meldefrist | Hinweis |
|---|---|---|
| Vor dem 1. Januar 2025 | 31. Juli 2025 | Frist für bereits angeschaffte Systeme |
| Ab dem 1. Januar 2025 | Innerhalb eines Monats | Frist läuft ab Anschaffung |
Seit dem 1. Januar 2025 müssen elektronische Aufzeichnungssysteme dem Finanzamt elektronisch gemeldet werden. Die Meldung umfasst Angaben zur Betriebsstätte, zum Kassensystem und zur TSE sowie Seriennummern und Anschaffungs- oder Außerbetriebnahmedaten, wie die Darstellung zur Mitteilungspflicht für TSE-Kassen erläutert. Wer heute ein System kauft, muss die Meldung innerhalb eines Monats einplanen.
Welche Geräte überhaupt zählen
Zur Prüfung gehört nicht nur die Hauptkasse an der Theke. Tablet-Kassen, mobile Bestellterminals am Tisch und Kassen an weiteren Standorten sind einzubeziehen, wenn sie als elektronische Aufzeichnungssysteme mit Kassenfunktion arbeiten. Ein reines Kartenterminal ohne Kassen- und Bonfunktion fällt nicht in denselben Anwendungsbereich.
Nimmt eine Servicekraft die Bestellung am Tablet auf, überträgt sie an Küche und Hauptkasse und wird der Bon später dort ausgelöst, muss klar sein, welches Gerät den Vorgang aufzeichnet und welche TSE ihn absichert. Diese Zuordnung sollte im Gesamtsystem nachvollziehbar sein.
Führen Sie für jedes Gerät eine Inventarliste mit Modell, Seriennummer, TSE-Typ, Zertifizierungs-ID, Inbetriebnahmedatum und Standort. So lassen sich Meldungen, Gerätewechsel und Stilllegungen sauber zuordnen.
Praxisregel: Kein Gerät geht in den Service, bevor seine TSE-Zuordnung in der Inventarliste festgehalten ist.
Was auf den Beleg gehört
Nach § 6 der Kassensicherungsverordnung muss jeder Beleg mindestens den vollständigen Namen und die Anschrift des Betriebs, das Ausstellungsdatum, Beginn und Ende des Vorgangs, Art und Umfang der Leistung, Transaktionsnummer, Entgelt und Steuerbetrag sowie die Seriennummern des elektronischen Aufzeichnungssystems und des Sicherheitsmoduls enthalten. Hinzu kommen Prüfwert und fortlaufender Signaturzähler. Die Angaben müssen ohne technische Unterstützung lesbar sein oder maschinenlesbar beziehungsweise über einen normgerechten QR-Code ausgelesen werden können.
Der Beleg darf auf Papier oder mit Zustimmung des Empfängers elektronisch in einem standardisierten Datenformat ausgegeben werden. Prüfen Sie beim Systemvergleich deshalb die TSE-Integration, DSFinV-K-Schnittstelle, Belegverwaltung und Exportmöglichkeiten. Einen Überblick zu Anforderungen an die TSE-Kasse und ihre Pflicht finden Sie ebenfalls online.
Die Frage, die im Vertrag beantwortet werden muss
Klären Sie neben der Erstmeldung auch, wer Änderungen meldet: etwa ein Austauschgerät, eine neue Filiale oder die Stilllegung einer Kasse. Der Gastronom, die Steuerberatung oder der Anbieter kann die Aufgabe übernehmen. Im Vertrag sollten eine zuständige Stelle und eine Frist festgehalten sein.
Vor der Unterschrift folgt der Belegtest: Verkauf, Storno, Trainingsbon, Tagesabschluss und Datenexport werden auf den vorgesehenen Geräten ausgeführt. Prüfen Sie anschließend, ob die Pflichtangaben auf den Belegen erscheinen. Warenwirtschaft oder Datensicherung ersetzen die TSE nicht, denn die Absicherung muss am aufzeichnungspflichtigen Vorgang greifen.
Fehlt eine Funktion oder ist ein Gerät nicht eindeutig einer TSE zugeordnet, lassen Sie das vor dem Kauf klären. Sonst kann die Korrektur den laufenden Service stören.
Budget und Gesamtkosten über 36 Monate berechnen
Gesamtkosten = einmalige Kosten + 36 × monatliche Kosten. Diese eine Zeile ersetzt den Blick auf die Grundgebühr. Eine niedrige Softwarepauschale verliert ihren Vorteil schnell, wenn Hardware gekauft, die TSE je Gerät berechnet, Schulung extra bezahlt und jede Kartenzahlung mit Gebühren belegt wird.
Alle Angebote brauchen identische Annahmen. Gleiche Geräteanzahl, gleiche Laufzeit, gleiche Kartengebühren und gleiche Supportzeiten machen die Rechnung erst vergleichbar. Ändert ein Anbieter nur eine dieser Annahmen, wirkt sein Angebot günstiger, ohne dass der Betrieb einen Euro spart.
| Kostenposten | Art | Worauf Sie im Angebot achten |
|---|---|---|
| Hardware (Kasse, Drucker, Küchenterminal) | Einmalig | Kauf oder Miete, Gewährleistung, Ersatzgerät |
| Einrichtung und Schulung | Einmalig | Anzahl der Schulungstermine, vor Ort oder remote |
| TSE und Zertifizierung | Laufend | Kosten je Gerät und Monat, Update-Gebühren |
| Software-Abo | Laufend | Preis je Gerät, Mindestlaufzeit, Kündigungsfrist |
| Kartenzahlungsgebühren | Laufend, umsatzabhängig | Prozentsatz je Transaktion, gleiche Annahme in allen Angeboten |
| Support und Updates | Laufend | Reaktionszeit, Abend- und Wochenendzeiten, Erreichbarkeit an Feiertagen |
| Ersatzgeräte bei Ausfall | Bei Bedarf | Leihgerät, Lieferzeit, Kostenübernahme |
Beispiel mit drei Kassen
Ein Restaurant betreibt drei Kassen und zwei Küchenterminals. Anbieter A verkauft die Hardware einmalig und berechnet Software und TSE je Gerät monatlich. Anbieter B stellt die Hardware scheinbar kostenlos, bindet den Betrieb dafür länger und rechnet Support am Abend gesondert ab.
In der 36-Monats-Rechnung stehen beide Modelle mit derselben Gerätezahl und denselben Kartenzahlungen nebeneinander. Erst dort wird sichtbar, ob die kostenlose Hardware ein Vorteil ist oder über Laufzeit, Transaktionsgebühren und Zusatzleistungen zurückbezahlt wird. Hilfreich ist dabei auch ein genauer Blick auf ein Kassensystem mit Kartenzahlung, weil der Prozentsatz je Transaktion bei hohem Kartenanteil stärker wirkt als manche Grundgebühr.
Warum die Rechnung gerade jetzt streng sein muss
Nach der Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes sank der reale Umsatz der Gastronomie im Jahr 2024 gegenüber 2023 um 3,8 Prozent. Das beweist nichts über ein einzelnes Kassensystem, zeigt aber die Marktlage. Jeder laufende Kostenposten, der keinen Umsatz erzeugt, braucht einen klaren betrieblichen Grund.
Gleichzeitig muss das System Bestellungen, Tischumsätze, Stornos, Rabatte, Mitarbeiterzugriffe und Tagesabschlüsse präzise dokumentieren. Diese Genauigkeit hilft, Eingabefehler und Abweichungen zwischen Bestellung und Abrechnung zu erkennen. Sie gehört deshalb in die Muss-Spalte und darf nicht als entbehrlicher Zusatz gestrichen werden, nur um die Monatsgebühr zu drücken.
Sonderkonditionen werden nie für sich allein bewertet. Sie zählen nur als Zeile in der vollständigen 36-Monats-Rechnung.
Kostenlose Hardware, ein Rabatt im ersten Jahr oder ein geschenkter Drucker verändern nur einen Teil der Summe. TSE, Transaktionsgebühren, Integrationen und Ersatzgeräte laufen weiter. Wer ein Kassensystem für die Gastronomie kaufen möchte, unterschreibt erst, wenn alle sieben Kostenposten der Tabelle in jedem Angebot beziffert sind.
Anbieter im Test auf Ausfallsicherheit prüfen
Die wichtigste Frage im Verkaufsgespräch lautet selten, ob das System bonieren kann. Sie lautet, was um 20 Uhr passiert, wenn Internet, Strom oder ein Tablet ausfallen. Genau diese Frage stellen viele Käufer erst nach der ersten Störung im vollen Gastraum.

Das DEHOGA-Gastrostimmungsbarometer 2025 zeigt, dass sich Kassensysteme für 86,9 % der Befragten im Alltag bewährt haben. Diese Alltagstauglichkeit sagt wenig über seltene, aber teure Störfälle aus. Ein System kann an 300 Tagen unauffällig laufen und an einem einzigen Samstagabend den Service ausbremsen.
Offline heißt mehr als ein Häkchen
Die Angabe offlinefähig reicht nicht. Zu klären ist, wie viele Bestellungen, Zahlungen und Tischumsätze ohne Verbindung zwischengespeichert werden, wo diese Daten lokal liegen und wie sie nach der Wiederherstellung synchronisiert werden. Ebenso wichtig ist, ob Kartenzahlungen offline angenommen werden oder Gäste in dieser Phase nur bar zahlen können.
Bei einem Kassensystem mit Tablet kommt eine weitere Ebene hinzu. Fällt ein Gerät am Tisch aus, muss ein Ersatzgerät die offenen Tische übernehmen, ohne dass Bestellungen doppelt in der Küche landen. Der Anbieter zeigt diesen Wechsel im Test, statt ihn nur in einer Broschüre zu beschreiben.
| Testfall | Was Sie prüfen | Bestanden, wenn |
|---|---|---|
| Netzwerkausfall | Bestellungen und Zahlungen 30 Minuten offline erfassen | Alle Vorgänge sind gespeichert und nach Wiederherstellung synchronisiert |
| Druckerausfall | Küchen- oder Belegdrucker abschalten | Bestellung bleibt sichtbar oder läuft auf Ersatzgerät weiter |
| Storno nach Tagesabschluss | Storno eines Bons vom Vortag auslösen | Storno ist protokolliert und in der Auswertung nachvollziehbar |
| Wiederherstellung der Sicherung | Backup auf einem Ersatzgerät einspielen | Umsätze und Artikelstamm sind vollständig |
| Datenexport | Tagesabschluss exportieren | Export ist lesbar und für eine Prüfung verwendbar |
| Gerätewechsel | Ein Terminal austauschen | Einrichtung innerhalb der vereinbarten Zeit, TSE-Zuordnung aktualisiert |
So läuft der Test in der Praxis
Die sechs Fälle werden auf einem Testgerät oder in einer vereinbarten Testphase durchgespielt. Jeder Fall bekommt ein kurzes Protokoll mit Ergebnis, Dauer und offener Frage. Ein Netzwerkausfall von 30 Minuten bei parallel laufenden Bestellungen zeigt mehr als jede Demo mit zwei vorbereiteten Bons.
Beim Druckerausfall zählt der Weg der Bestellung. Bleibt sie auf einem Küchendisplay sichtbar oder wird sie automatisch auf einen anderen Drucker umgeleitet? Beim Storno nach Tagesabschluss zählt das Protokoll, weil genau dieser Vorgang später Rückfragen auslösen kann.
Die Wiederherstellung einer Sicherung wird auf einem Ersatzgerät geprüft, nicht auf dem vertrauten Hauptgerät. Umsätze, Artikelstamm, Preise und Tischdaten müssen vollständig zurückkehren. Fehlen einzelne Bereiche, steht der Betrieb nach einem Defekt zwar mit Hardware da, aber ohne arbeitsfähige Kasse.
Vertragspunkte, die aus dem Test folgen
- Support-Reaktionszeiten: gelten sie auch abends, am Wochenende und an Feiertagen?
- Ersatzhardware: innerhalb welcher Zeit steht ein Leihgerät im Betrieb, und wer trägt die Kosten?
- TSE-Fehler und Export: wie werden Fehler protokolliert, und in welchem Format gehen steuerrelevante Daten heraus?
- Datenrückgabe: was erhält der Betrieb bei Vertragsende, vollständig und lesbar?
Zusätzlich lohnen Referenzbetriebe ähnlicher Größe. Die konkrete Frage lautet, welche Ausfälle es in den letzten zwölf Monaten gab und wie lange Wiederherstellung und Support gedauert haben. Allgemeine Zufriedenheit hilft weniger als eine ehrliche Schilderung des schlimmsten Abends.
Ein günstiges Cloud-System kann im Normalbetrieb effizienter sein und weniger Pflege vor Ort verlangen. Ein System mit lokaler Ausweichfunktion kann bei Stoßzeiten, mehreren Stationen und vielen Kartenzahlungen das geringere Betriebsrisiko tragen. Der Anbieter, der alle Testfälle ohne Ausflüchte besteht und die Ergebnisse vertraglich zusichert, ist der belastbare Kandidat.
Kassensystem-Entscheidung in drei Schritten abschließen

Vor der Unterschrift sollten die vereinbarten Funktionen und Abläufe schriftlich festgehalten sein. Dazu gehören die erfassten Kassenfunktionen, eine geprüfte TSE, die getestete Belegausgabe und ein simulierter Export für die Finanzverwaltung. So wird aus der Anbieterauswahl ein dokumentierter Abschluss statt einer Entscheidung allein nach der Monatsgebühr.
Checkliste vor der Unterschrift
- Anforderungsbogen vollständig: Muss-, Soll- und Kann-Kriterien sind allen Anbietern in gleicher Form übermittelt.
- TSE-Inventar vollständig: Modell, Seriennummer, TSE-Typ, Zertifizierungs-ID, Inbetriebnahmedatum und Standort sind für jedes Gerät erfasst.
- Angebote vergleichbar: Alle Preise beruhen auf denselben Annahmen zu Gerätezahl, Laufzeit, Kartengebühren und Supportzeiten.
- Abnahmetest bestanden: Netzwerkausfall, Druckerausfall, Storno nach Tagesabschluss, Wiederherstellung eines Backups und Datenexport sind dokumentiert.
- Meldung geklärt: Im Vertrag ist festgehalten, wer Meldungen bei Kauf, Gerätewechsel, neuer Betriebsstätte und Stilllegung übernimmt.
Lassen Sie sich schriftlich bestätigen, dass jedes elektronische Aufzeichnungssystem eine zertifizierte TSE nutzt. Prüfen Sie Sicherheitsmodul, Speichermedium und digitale Schnittstelle. Testen Sie auch den Bon im normalen Ablauf: Er muss unmittelbar zum Geschäftsvorgang ausgegeben werden, auch wenn der Gast ihn nicht annehmen muss.
Für den Angebotsvergleich können Betriebe Connexly nutzen, eine kostenfreie Vergleichs- und Vermittlungsplattform für Gastronomie, Handel und Dienstleistungen. Sie wählen ein Produkt, beantworten Fragen zu ihrem Bedarf und erhalten passende Angebote von geprüften Partnern, darunter TSE-konforme Kassensysteme.
Ein vollständiger Anforderungsbogen sorgt dafür, dass Anbieter dieselben Abläufe und Gerätezahlen zugrunde legen. Damit lassen sich Angebote fair vergleichen und mögliche Nachbesserungen nach der Inbetriebnahme vermeiden. Wer ein Kassensystem für die Gastronomie kaufen möchte, sollte deshalb die Gesamtkosten über 36 Monate, den Umgang mit Ausfällen und die TSE-Abläufe gemeinsam bewerten.
Mit Anforderungsbogen, 36-Monats-Rechnung und TSE-Inventarliste können Betriebe über Connexly passende, TSE-konforme Kassensysteme für Gastronomie, Handel und Dienstleistungen vergleichen. Nach einigen Fragen zu Serviceablauf, Gerätezahl und Zahlungsarten erhalten sie Angebote geprüfter Partner auf derselben Grundlage.




