Die verbreitete Empfehlung, zuerst ein günstiges Tablet und eine einfach bedienbare Kassen-App auszuwählen, setzt am falschen Ende an. Ein Kassensystem mit Tablet muss zuerst zum Betriebsrisiko passen, nicht zum Gerätebudget. Entscheidend ist, ob der Betrieb bei Netzausfall weiterarbeiten kann, seine Aufzeichnungen vollständig erhält und bei Gerätewechsel oder Prüfung nicht auf sich allein gestellt ist.
Ein schönes Display hilft wenig, wenn Kartenzahlungen nicht eindeutig zugeordnet werden oder nach der Vertragskündigung kein brauchbarer Datenexport mehr verfügbar ist. Die bessere Auswahl beginnt deshalb mit Arbeitsabläufen, Verantwortlichkeiten und einem praktischen Abnahmetest.
Inhaltsverzeichnis
- Was eine Tablet-Kasse leistet und wo ihre Grenzen liegen
- Tablet-Kasse, stationäre Kasse und Hybrid im Vergleich
- TSE-Pflichten und ELSTER-Meldung beim Tablet-Einsatz
- Hardware und Software für die Tablet-Kasse prüfen
- Offline-Betrieb und Abnahmetest vor dem Live-Einsatz
- Mobilität und Integration nach Betriebstyp
- Passende Tablet-Kasse wählen und Angebote vergleichen
Was eine Tablet-Kasse leistet und wo ihre Grenzen liegen
Ein Tablet ist nicht die Kasse, sondern das Bediengerät. Die rechtlich relevante Lösung entsteht aus Kassen-App, angebundener technischer Sicherheitseinrichtung (TSE) und revisionssicherer Speicherung. Erst dieses Zusammenspiel macht aus einer mobilen Oberfläche ein belastbares Aufzeichnungssystem.
Nach den Erläuterungen des Bundesfinanzministeriums zur Beleg- und Kassenpflicht müssen elektronische Aufzeichnungssysteme seit dem 1. Januar 2020 durch eine zertifizierte TSE geschützt werden; unter die Definition elektronischer oder computergestützter Kassensysteme können auch tabletgestützte Lösungen mit Kassenfunktion fallen. Mobilität ist damit kein Sonderfall, der von den Anforderungen befreit.
Die Kasse muss Geschäftsvorfälle einzeln, vollständig, richtig, zeitgerecht und geordnet erfassen. Außerdem müssen die Aufzeichnungen für eine Kassen-Nachschau oder Außenprüfung elektronisch verfügbar bleiben. Eine installierte App allein beweist weder die korrekte Absicherung noch die spätere Verfügbarkeit.
Welche Betriebsarchitektur infrage kommt
Für die Vorauswahl lassen sich die Lösungen nach ihrer technischen Organisation unterscheiden:
- Tablet-App mit Cloud-TSE: Wenig lokale Zusatzhardware erleichtert den mobilen Einsatz. Dafür muss geklärt sein, welche Funktionen bei unterbrochener Verbindung weiterlaufen und wie die Software offene Vorgänge behandelt.
- Tablet mit Hardware-TSE: Eine lokale Box oder ein geeignetes Dock bindet die Sicherung vor Ort an. Das schafft lokale technische Möglichkeiten, bringt aber zusätzliche Anschlüsse, Geräte und Wartungsaufgaben mit.
- Hybridlösung: Ein fester Kassenplatz wird durch mobile Bediengeräte ergänzt. Wichtig ist, ob diese tatsächlich gemeinsam arbeiten oder lediglich getrennte Kassenoberflächen darstellen.
Ein Marktstand benötigt vor allem einen tragbaren Verkaufsplatz mit verlässlicher Energieversorgung. Ein Friseursalon gewinnt dagegen wenig durch ständige Mobilität, wenn Termin und Zahlung weiterhin getrennt bearbeitet werden. Im Restaurant mit Terrasse kann die mobile Bestellaufnahme Wege sparen, sofern Küche, Tischverwaltung und Abrechnung zusammenpassen.
Auswahlregel: Die passende Bauform ergibt sich aus dem Ort des Verkaufs und dem gewünschten Verhalten bei Störungen, nicht aus dem Betriebssystem des Tablets.
Auch die Grenze zwischen Bediengerät und eigenständiger Kasse muss der Anbieter nachvollziehbar erklären. Gerade bei zusätzlichen Tablets darf der Betrieb nicht voraussetzen, dass jedes neue Gerät technisch und organisatorisch genauso behandelt wird wie das erste.
Tablet-Kasse, stationäre Kasse und Hybrid im Vergleich
Die Bauform bestimmt noch nicht die Zuverlässigkeit. Eine stationäre Kasse mit Cloud-Anbindung kann stärker vom Internet abhängen als ein Tablet mit lokaler Sicherung. Die folgende Gegenüberstellung beschreibt deshalb typische Tendenzen, keine zugesicherten Eigenschaften.
Kassenformen nach Kriterien
| Kriterium | Tablet-Kasse | Stationäre Kasse | Hybridlösung |
|---|---|---|---|
| Mobilität | Verkauf am Tisch, Marktstand oder im Lager möglich | Fest am Tresen | Feste Hauptkasse plus mobile Geräte |
| Anschaffung | Tendenziell niedriger, abhängig von Zubehör | Tendenziell höher durch Kassenhardware | Tendenziell höchste Gesamtsumme bei vollständiger Ausstattung |
| Ausfallsicherheit bei Stromausfall | Akkulaufzeit und erreichbare Zusatzgeräte entscheidend | Weiterbetrieb mit passend ausgelegter USV möglich | Zusätzlicher Betriebsweg, sofern unabhängig abgesichert |
| Internetabhängigkeit | Bei Cloud-TSE Verbindung und Ausfallkonzept prüfen | Bei lokaler Hardware-TSE geringer möglich | Architektur von Hauptkasse und Mobilgeräten entscheidend |
| Kartenzahlung | Bluetooth-Terminal oder integriertes Terminal | Terminal am Tresen | Terminals an mehreren Stationen möglich |
| Bedienung bei Stoßzeiten | Paralleles Arbeiten mit mehreren Tablets möglich | Zentraler Bedienpunkt, Warteschlangen möglich | Mobile Bedienung und feste Abrechnung kombinierbar |
| Typische Eignung | Außer-Haus-Verkauf, Märkte, Termin-Dienstleister | Einzelhandel mit festem Tresen | Gastronomie mit Theke, Terrasse und Stoßzeiten |
Die zusätzliche Grafik veranschaulicht die Bauformen. Ihre pauschalen Preis- und Abhängigkeitsangaben ersetzen allerdings weder ein konkretes Angebot noch die Prüfung der tatsächlich angebotenen Architektur.

Die technische TSE-Richtlinie des BSI lässt hardware- und cloudbasierte Implementierungen zu. Ein belastbarer Vergleich untersucht deshalb Belegdruck, Wiederanlauf, Speicherung und Export statt nur Display und App-Design.
Wann sich die Empfehlung dreht
Ein günstiger Tablet-Einstieg verliert seinen Kostenvorteil, wenn Halterungen, Akkus oder Funkverbindungen im Alltag zusätzlichen Betreuungsaufwand verursachen. Umgekehrt verliert die stationäre Lösung an Eignung, sobald Personal für jeden Abschluss von der Verkaufsfläche zum Tresen zurücklaufen muss.
In dieselbe Kostenrechnung gehören Tablet, Dock, Drucker, Kartenterminal, TSE-Betrieb, Softwaregebühren, Einrichtung und Support. Bei Hybridlösungen können zusätzliche Anschaffungskosten sinnvoll sein, wenn tatsächlich unabhängige Arbeitsmöglichkeiten entstehen. Ein weiteres Display am selben störanfälligen Netzwerk schafft dagegen noch keine Ausfallsicherheit.
Die von METRO veröffentlichte repräsentative Gastronomieerhebung berichtet, dass 55 % der Restaurantgäste Kartenzahlung, kontaktloses Bezahlen oder Mobile Payment bevorzugen, bei den unter 45-Jährigen sind es 73 %. Das begründet die Bedeutung eines guten Zahlungsablaufs, beweist aber keine Überlegenheit mobiler Hardware.
Für die Entscheidung zählen abgewickelte Verkäufe unter realer Belastung und die Wiederanlaufzeit nach einer Störung. Eine lange Funktionsliste beantwortet beides nicht.
TSE-Pflichten und ELSTER-Meldung beim Tablet-Einsatz
Die TSE ist kein Produktmerkmal, das nach Vertragsabschluss erledigt wäre. Ein Betrieb muss außerdem wissen, wer Änderungen dokumentiert, Meldedaten bereitstellt und den Zugriff auf ältere Aufzeichnungen sicherstellt.
Laut IHK Rheinhessen zur manipulationssicheren Registrierkasse erfolgt die elektronische Meldung der Aufzeichnungssysteme seit dem 1. Januar 2025 über ELSTER; bei Neuanschaffung oder Außerbetriebnahme gilt grundsätzlich eine Monatsfrist. Zu den benötigten Angaben gehören unter anderem Art und Anzahl der Systeme, Seriennummern und die verwendete TSE.

Gerätebestand statt bloßer Tablet-Liste
Für die Verwaltung reicht eine Einkaufsliste mit Gerätenamen nicht. Der Betrieb benötigt eine Zuordnung zwischen Betriebsstätte, eingesetztem Aufzeichnungssystem, Bediengeräten und TSE. Ob ein zusätzliches Tablet lediglich eine Bedienoberfläche oder ein eigenständiges System darstellt, muss aus der konkreten Architektur hervorgehen.
Typische Änderungen benötigen einen festgelegten Ablauf:
- Zusätzliche Tablets: Vor der Freischaltung klären, wie das Gerät technisch zugeordnet wird und welche Meldedaten sich ändern.
- Ersatz bei Defekt: Ausfall, Austausch und weitere Nutzung des Altgeräts dokumentieren. Ein schneller Hardwaretausch darf keine ungeklärte Systemidentität hinterlassen.
- Filialen und Mietgeräte: Standort und Verantwortlichkeit eindeutig festhalten. Eigentum und tatsächlicher Einsatz sind unterschiedliche Fragen.
- Anbieterwechsel: Datenübernahme, Altarchiv und Ende des bisherigen Zugangs vor der Kündigung regeln.
Die vertiefende Einordnung zur TSE-Pflicht bei Kassensystemen hilft bei der Abgrenzung des eigenen Einsatzfalls. Entscheidend bleibt, dass der konkrete Gerätebestand nachvollziehbar dokumentiert ist.
Zuständigkeiten schriftlich festhalten
Im Angebot muss stehen, ob der Anbieter nur technische Stammdaten liefert oder auch bei der ELSTER-Meldung unterstützt. Ebenso gehören ein dokumentierter Gerätewechsel, die vereinbarte Archivierungsdauer und die verfügbaren Exportformate in die Leistungsbeschreibung. Eine mündliche Zusage des Vertriebs hilft beim späteren Supportfall wenig.
Eine sinnvolle Aufteilung benennt intern eine verantwortliche Person für den Gerätebestand. Der Anbieter erklärt die technischen Kennungen und Austauschprozesse; die Zuständigkeit für die steuerliche Meldung wird ausdrücklich mit Betrieb und gegebenenfalls Steuerberatung vereinbart. Unterstützung durch einen Dienstleister ersetzt nicht die eigene Kontrolle über den Vorgang.
Bei einem Webshop ist außerdem der Zahlungsweg zu unterscheiden: Reine Onlinezahlungen sind grundsätzlich anders einzuordnen als Zahlungen vor Ort. Eine Onlinebestellung mit späterer Zahlung am Tresen darf daher nicht ungeprüft wie ein reiner Onlinezahlungsfall behandelt werden.
Eine günstige App ist nicht günstig, wenn der Betrieb nach jedem Gerätewechsel die technischen Nachweise selbst zusammensuchen muss.
Hardware und Software für die Tablet-Kasse prüfen
Eine reine Browser-App erfüllt die TSE-Anforderungen nicht automatisch. Daraus folgt jedoch kein pauschales Browser-Verbot: Entscheidend ist die nachgewiesene technische Anbindung, nicht die Bezeichnung der Oberfläche.
Das BSI erläutert die Anforderungen an die TSE und ihre Anbindung: Die Zertifizierung betrifft die TSE, nicht pauschal das gesamte Kassensystem. Sicherheitsmodul, Speichermedium und digitale Schnittstelle müssen im Gesamtablauf korrekt zusammenwirken.
Anforderungen an Hardware und Software
Die Mindestanforderungen der Checkliste beschreiben eine praxistaugliche Beschaffung. Sie sind nicht durchgehend gesetzlich vorgeschriebene Geräteeigenschaften.
| Komponente | Mindestanforderung | Empfehlung | Prüffrage an den Anbieter |
|---|---|---|---|
| Tablet | Unterstütztes Betriebssystem, aktuelle Sicherheitsupdates, lesbare Bedienoberfläche | Robuste Hülle und Dock | Wie lange erhält das Gerät Updates? |
| Kassen-App | Nachgewiesene TSE-Anbindung; Browseroberfläche allein genügt nicht als Nachweis | Dokumentierter Offline-Modus, Mehrbenutzerbetrieb | Wie wird die TSE-Schnittstelle nachgewiesen? |
| TSE | BSI-konform zertifiziert | Cloud- oder Hardware-TSE passend zum Betrieb | Was passiert bei Verbindungsabbruch? |
| Bon-Drucker | Vom Anbieter freigegeben, passende LAN- oder Bluetooth-Anbindung | Küchendrucker für Bestellungen bei Bedarf | Welche Druckermodelle sind freigegeben? |
| Kassenschublade | Bei Druckeransteuerung passender Druckeranschluss | Abschließbare Schublade | Wird sie vom Drucker automatisch geöffnet? |
| Kartenterminal | Für den Zahlungsbetrieb zugelassen und nachweislich angebunden | Mobiles Terminal mit Akku | Wie gelangt die Zahlungsbestätigung in die Kasse? |
| Netzwerk | Stabiles WLAN an den tatsächlichen Einsatzorten | Mobilfunk-Fallback mit getestetem Wechsel | Welche Bandbreite und Netzabdeckung benötigt die Lösung? |
| Akku | Laufzeit für die vorgesehene Schicht unter realer Last | Dock am Tresen mit sichtbarer Ladeanzeige | Wie lange hält das Gerät bei Volllast? |
| Datenexport | Standardisierter, maschinell auswertbarer Export für Prüfzwecke | Ergänzende Buchhaltungsschnittstelle | Ist ein Probeexport vor Vertragsabschluss möglich? |
Die App sollte mit den tatsächlich vorgesehenen Geräten vorgeführt werden. Ein Test auf dem Vorführtablet sagt wenig darüber aus, ob ein vorhandenes Altgerät Drucker, Terminal und aktuelle Software zuverlässig unterstützt.
Zubehör unter Arbeitsbedingungen bewerten
Auf einer sonnigen Terrasse zählt die Lesbarkeit stärker als die Auflösung im Datenblatt. Bei Mehlstaub, Spritzern oder häufigem Transport sind Hülle, Reinigung und sichere Befestigung wichtig. Der Craftivo-Leitfaden über passende Tablet-Displays für den Baustelleneinsatz bietet dafür eine ergänzende Perspektive auf widerstandsfähige Einsatzbedingungen; die Freigabe als Kassengerät muss dennoch vom Kassenanbieter kommen.
Bei Zahlungsgeräten genügt eine erfolgreiche Funkkopplung nicht. Die Kasse muss erkennen, ob die Zahlung bestätigt, abgelehnt oder abgebrochen wurde, damit Personal keine widersprüchlichen Abschlüsse erzeugt. Die Auswahl eines Kassensystems mit Kartenzahlung betrifft deshalb den gesamten Zahlungsablauf und nicht nur das Terminal.
Netzwerk und Energieversorgung verdienen besondere Aufmerksamkeit, weil mehrere Komponenten davon abhängen. Ein geladenes Tablet hilft nicht, wenn Router, Drucker oder Terminal ohne Strom ausfallen. Die Checkliste bewertet daher nicht nur Einkaufspositionen, sondern die Voraussetzungen für einen vollständigen Verkauf.
Offline-Betrieb und Abnahmetest vor dem Live-Einsatz
Ein Datenblatt beschreibt verfügbare Funktionen, aber selten den genauen Zustand eines begonnenen Verkaufs während einer Störung. Für die Abnahme muss der Anbieter erklären, welche Vorgänge bei welchem Ausfall möglich bleiben, wie die Sicherung erfolgt und wann das System den Weiterbetrieb begrenzt.
Offline-fähig bedeutet nicht automatisch, dass auch Kartenzahlung und TSE-Signierung offline funktionieren. Kasse, Zahlungsdienst und technische Sicherung sind getrennt zu prüfen. Eine ohne Bestätigung vorgemerkte Kartenzahlung darf nicht als erfolgreich bezahlter Verkauf erscheinen.

Der Abnahmetest im eigenen Betrieb
Der Test gehört in eine abgestimmte Testumgebung, nicht in einen unkontrollierten Eingriff während des Kundenbetriebs. Für jeden Durchgang werden erfasste Vorgänge und nach dem Wiederanlauf sichtbare Belege festgehalten.
Verbindungen gezielt trennen. Zunächst wird der Internetzugang am Router unterbrochen, während das lokale WLAN bestehen bleibt; anschließend wird ein vollständiger WLAN-Ausfall geprüft. So lässt sich unterscheiden, ob die Cloud-Verbindung oder bereits die lokale Verbindung zu Drucker und Sicherung zum Problem wird.
Repräsentative Verkäufe durchführen. Barzahlung, Kartenzahlungsversuch und Teilzahlung sollten ebenso vorkommen wie ein abgebrochener Vorgang. Für jeden Fall muss sichtbar sein, ob die Kasse ihn abgeschlossen, zurückgewiesen oder ausdrücklich offen gehalten hat.
Stromversorgung gesondert testen. Zuerst läuft das geladene Tablet mit getrenntem Netzteil, anschließend folgt ein kontrollierter Durchgang bei niedrigem Akkustand. Gleichzeitig wird geprüft, welche Zusatzgeräte ohne Netzstrom ausfallen und ob offene Vorgänge nach dem Neustart erhalten bleiben.
Verbindung wiederherstellen und Zeit messen. Die Wiederanlaufzeit beginnt mit der verfügbaren Verbindung und endet erst, wenn Personal wieder vollständig arbeiten kann. Ein sichtbares WLAN-Symbol reicht nicht, solange Zahlungen, Druckaufträge oder Hintergrundabgleiche noch hängen.
Historie und Sicherungsstatus kontrollieren. Erfasste Vorgänge werden auf Vollständigkeit, Zeitstempel, Reihenfolge und doppelte Einträge geprüft. Fehlende Signierungen oder verspätet erzeugte Belege benötigen eine nachvollziehbare Erklärung und dokumentierte Behandlung, keine pauschale Entwarnung.
Export erstellen und Ergebnis protokollieren. Der Prüfexport muss sich öffnen und maschinell auswerten lassen; ein PDF mit Umsatzsummen genügt dafür nicht. Im Protokoll stehen Softwarestand, getestete Geräte, beobachtete Fehler und die vereinbarten Maßnahmen.
Wann der Test bestanden ist
Für das Verständnis lokaler Verarbeitung und Cloud-Abhängigkeit bietet die IoT-Architekturanalyse von ARIT Services einen technischen Hintergrund. Sie ersetzt allerdings keinen kassenspezifischen Nachweis des Anbieters.
Bestanden ist der Test, wenn alle Vorgänge nachvollziehbar bleiben, keine unbemerkten Verluste oder Doppelungen entstehen und Sicherungsstatus sowie Export prüfbar sind. Nicht unterstützte Abläufe müssen klar gesperrt oder gekennzeichnet werden.
Ein sauber erklärter Funktionsstopp ist besser als ein scheinbar erfolgreicher Verkauf mit ungeklärtem Zahlungs- oder Aufzeichnungsstatus.
Mobilität und Integration nach Betriebstyp
Ein Tablet verliert seinen Mobilitätsvorteil, wenn es ausschließlich im Dock am Tresen bleibt. Es gewinnt dort, wo Personal Bestellung, Beratung und Zahlung am Kunden zusammenführen kann. Ob daraus tatsächlich weniger Arbeit entsteht, hängt von den angebundenen Systemen ab.
Restaurant und Bäckerei mit verteiltem Verkauf
In einem Restaurant mit Terrasse nimmt die Bedienung eine Bestellung am Tisch auf. Der Küchenauftrag muss am richtigen Arbeitsplatz erscheinen, während Getränke an der Theke sichtbar werden. Wird eine Position geändert, muss auch die Änderung eindeutig ankommen, statt zusätzlich zum ursprünglichen Auftrag ausgeführt zu werden.
Die entscheidende Integrationsfrage lautet hier nicht nur, ob ein Küchendrucker vorhanden ist. Es geht darum, wie Nachbestellungen, Stornos, Tischwechsel und getrennte Rechnungen zusammenarbeiten. Ein Vergleich von Kassensystemen für die Gastronomie sollte genau diese Abläufe berücksichtigen.
Eine Bäckerei mit Verkauf im Laden und an einem zusätzlichen Außenplatz benötigt dagegen abgestimmte Artikel- und Preisdaten. Wenn beide Verkaufsstellen auf denselben Bestand zugreifen, müssen Reservierungen und Abverkäufe sinnvoll verarbeitet werden. Zum Tagesabschluss braucht die Leitung eine klare Zuordnung der Umsätze und Zahlungsarten, nicht bloß eine gemeinsame Gesamtsumme.
Termine, Mitglieder und mobile Standorte
Im Friseursalon kann ein Termin bereits die gebuchte Leistung enthalten. Nach der Behandlung werden Zusatzleistungen und Produkte ergänzt, bevor die Zahlung erfolgt. Hilfreich ist eine Verbindung, die den tatsächlich abgerechneten Leistungsumfang zurückführt, ohne Kundendaten mehrfach anzulegen.
Bei Fitnessstudios stehen Mitgliedschaft und Einzelverkauf nebeneinander, bei Hotels Zimmerzuordnung und Gastabrechnung. Connexly richtet seine Vermittlung unter anderem an Restaurants, Cafés, Hotels, Bäckereien, Friseursalons, Fitnessstudios, Einzelhändler und Dienstleister. Die Branchenzugehörigkeit allein ersetzt jedoch keine Prüfung des jeweiligen Spezialablaufs.
Für einen Marktstand verschiebt sich die Priorität auf Transport, Aufstellung und einen geordneten Abschluss nach wechselnden Einsatzorten. Eine umfangreiche Reservierungsfunktion wäre dort weniger hilfreich als eine schnell wiederherstellbare Gerätekonfiguration.
- Echte Schnittstelle: Systeme tauschen definierte Informationen aus, etwa Artikel, Zahlstatus oder Buchungsdaten. Verantwortlichkeiten bei Fehlern müssen trotzdem feststehen.
- Dateiexport: Daten werden gesammelt übertragen, häufig mit einem manuellen Arbeitsschritt. Das kann für die Buchhaltung ausreichen, vermeidet aber nicht automatisch jede Doppelerfassung.
Je mehr Systeme verbunden sind, desto wichtiger ist ein benannter Verantwortlicher für die Integration. Bei einem Update darf nicht erst zwischen Kassenanbieter, Terminaldienst und Warenwirtschaft ausgehandelt werden, wer den Fehler untersucht.
Passende Tablet-Kasse wählen und Angebote vergleichen
Ein mobiler Imbiss oder Marktstand benötigt eine tragbare Lösung mit belastbarer Energieversorgung und einem zum Standort passenden Sicherungskonzept. Eine Cloud-TSE kommt infrage, wenn die Verbindungsbedingungen passen; Mobilität allein macht sie nicht automatisch zur besten Wahl. Für Restaurants mit Theke, Terrasse und paralleler Bedienung ist häufig eine Hybridlösung zweckmäßiger.
Ein Einzelhändler mit festem Verkaufsplatz sollte dagegen prüfen, ob mobile Beratung tatsächlich einen eigenen Abschluss benötigt. Für Friseursalons oder Fitnessstudios kann die Verbindung mit Termin- oder Mitgliederverwaltung wichtiger sein als zusätzliche Kassengeräte.

Angebote auf dieselbe Grundlage stellen
Für vergleichbare Angebote benötigt jeder Anbieter dasselbe Betriebsprofil:
- Arbeitsplätze und Abläufe: Einsatzorte, parallele Bedienung und benötigte Integrationen beschreiben.
- Abnahmekriterien: Erwartetes Ausfallverhalten und erforderliche Nachweise schriftlich festlegen.
- Betreuung und Ausstieg: Zuständigkeiten, Austauschprozess und Datenzugang nach Vertragsende aufnehmen.
Connexly vergleicht Anbieter und vermittelt TSE-konforme Kassensystemlösungen für Gastronomie, Handel und Dienstleistungen. Nach Produktauswahl und Bedarfsabfrage erhalten Betriebe passende Angebote von geprüften Partnern; die Anfrage ist kostenlos und unverbindlich. Auch angebotene Sonderkonditionen sollten erst nach dem Abgleich des vollständigen Leistungsumfangs bewertet werden.
Die beste Tablet-Kasse ist nicht die mit dem niedrigsten Einstiegspreis. Passend ist die Lösung, deren Grenzen der Betrieb kennt und deren Betreuung vertraglich zum eigenen Arbeitsalltag passt.
Connexly unterstützt Betriebe beim Vergleich passender Kassensysteme und vermittelt Angebote geprüfter Partner. Mit einem Betriebsprofil zu Einsatzorten, Zahlungsabläufen und Ausfallanforderungen lässt sich über Connexly kostenlos und unverbindlich eine gezielte Anfrage starten.



